Verleih von iPads über das Kreismedienzentrum

Die Bildungsregion hat in Zusammenarbeit mit dem Kreismedienzentrum und der „IT-Anwender- und Systembetreuung in den Schulen des Landkreises Friesland“ 100 iPads angeschafft, welche von den Kitas, Schulen und weiteren Einrichtungen in (Klassen-)Sätzen ausgeliehen werden können.  Der Geräteverleih sowie die Administration über Fernwartung erfolgt über die Medienausleihe des Kreismedienzentrums…

 

Kontaktdaten des Kreismedienzentrums:

Kreismedienzentrum Friesland

Arngaster Str. 9b

26316 Varel

Tel.: 04451/5078

Fax: 04451/81010

Homepage: www.kmz-varel.de

Email: post@kmz-varel.de

Medienbestellung: medien@kmz-varel.de

 

Der Hintergrund der Anschaffungen:

Seit vielen Jahren halten mobile digitale Endgeräte Einzug in die häusliche Umgebung von Schüler*innen. Mit Blick in die KIM-Studie (2018) und die JIM-Studie (2019) des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) zeigt sich, dass Kinder in der Altersstufe 6-13 Jahre zu 97% und Jugendliche in der Altersstufe 12-19 Jahre zu 99% Zugang zu einem Smartphone/Tablet haben.

Derzeit zeichnen sich bei Schüler*innen zum Teil Trends wie die Nutzung von Zweitmonitor, Zweitrechner, Zweithandy und die Nutzung von Second Screen (gleichzeitige Nutzung von mehreren Geräten (z.B. TV und Tablet) ab. Zudem wird die Beantwortung von Kommunikation via Messengerdienst in der Peergroup sehr kurzfristig/sofort erwartet. Smartphone und Tablet als mobile Endgeräte schaffen örtliche Freiheit, aber auch omnipräsente Erreichbarkeit.

Zudem ist festzustellen, dass Kinder und Jugendliche vor allem als Konsumenten medialer Angebote umworben werden und als solche auftreten.

Die Folgen omnipräsenter Erreichbarkeit und permanenten Medienkonsums führen bei den Kindern und Jugendlichen zum Verlust an Pausen- und  Erholungszeit,  zur Informationsüberflutung sowie zur zeitl. Dynamisierung von Kommunikation samt Handlungsdruck, auf Informationen zu reagieren und den damit zusammenhängenden Fehlentscheidungen (Fehlreaktionsrisiko). Zudem kommen noch falsches Priorisieren von Aufgaben und schlichtes Vergessen. Dieses Phänomen lässt sich als „Wandering Mind“ bezeichnen.

Zudem haben sich aus der Mediennutzung unterschiedliche Krankheitsbilder bei Kindern und Jugendlichen entwickelt, wie beispielsweise:

Attention Deficit Trait (ADT)  —> „erworbenes Aufmerksamkeitsdefizit“,

Online Gaming Disorder (DSM-5) —> „Computerspielsucht“ sowie

Internet-Communication Disorder (ICD) —> „pathologische Nutzung von Online-Kommunikationsanwendungen“.

Weitergehend sind Schüler*innen der Problematik weitgehender Freiheit und damit Eigenverantwortung im Internet ausgesetzt. Im Rahmen der Querschnittsaufgabe von Medienbildung gilt es Kinder und Jugendliche pädagogisch hinsichtlich Phänomenen wie Cybergrooming, Sexting oder Fake News, aber auch hinsichtlich der Ansprüche an Datenschutz- und Urheberrechtsvorschriften und der Eigenverantwortung für ihren Medienkonsum zu sensibilisieren. Gleichzeitig sollen Schüler*innen auf die Arbeitswelt 2.0 vorbereitet werden und Kompetenzen wie das Produzieren und Präsentieren von Medieninhalten, das kooperative und kollaborative digitale Arbeiten, die systematische und sichere Ablage von digitalen Produkten und medienethisch korrektes Verhalten erlernen.

Da mobile Endgeräte für Schüler*innen allgegenwärtig sind, der Zugang zu einem mobilen Endgerät oder der Besitz eines solchen die Schüler*innen jedoch nicht automatisch zu reflektierten User*in macht, arbeiten der Bund sowie die Länder seit vielen Jahren über Strategiepapiere an Kompetenzen, Strukturen und Fortbildungen, um den Schulen zu ermöglichen, mit Kindern und Jugendlichen den Umgang mit digitalen Medien zu thematisieren, die nötigen Kompetenzen zu erwerben und sich zu einem selbstbestimmten reflektierten Prosumenten zu entwickeln.

So greifen für Niedersachsen Strategien und Maßnahmen wie „Medienkompetenz in Niedersachsen – Ziellinie 2020“, „Strategie der Kultusministerkonferenz - Bildung in der digitalen Welt“, „Orientierungsrahmen Medienbildung in der Schule“, „DigitalPakt Schule“ und die niedersächsische Bildungscloud ineinander.

Gleichzeitig sorgen ca. 80-100 Medienpädagogische Berater*innen des NLQ im Land Niedersachsen für Beratung von Schulen und Schulträgern sowie Fort- und Weiterbildung für Lehrer*innen rund um das Thema Lernen und Lehren mit und über digitale Medien.

Der Landkreis Friesland hat sich mit dem Kreismedienzentrum Friesland als Standort der Medienpädagogischen Beratung sehr gut aufgestellt und bietet neben klassischen Lehrmedien wie DVDs und Onlinestreaming von Lehr-Lern-Material auch den Verleih an digitaler Technik zur Umsetzung des digitalen Kompetenzerwerbs in Kitas und Schulen an. Gleichzeitig unterhält das Kreismedienzentrum Friesland einen gut ausgestatteten Fortbildungsraum, der auch Schülergruppen zur Umsetzung von digitalem Unterricht zur Verfügung steht. Weiterhin hält das Kreismedienzentrum je ein Schulungssystem für Moodle und ISERV sowie einen Server zur Durchführung von Videokonferenzen für die im Landkreis befindlichem Kitas und Schulen bereit. Seit 2012 bietet das Kreismedienzentrum IPADs zum Verleih für Lerngruppen an. Aus diesen Anfängen mit 27 Tablet-Computern hat sich über die Jahre eine stetig wachsende Nachfrage nach Leihgeräten entwickelt. So konnten 2013 weitere 20 Geräte und in den Jahren 2016 und 2018 jeweils 15 Geräte über den Etat des Kreismedienzentrum Friesland angeschafft werden. Leider sind die Geräte aus den Jahren 2012 und 2013 bereits abgängig, da sie nicht mehr mit aktuellen didaktisch notwendigen Apps bestückt werden können und auch der Support des Betriebssystems ausläuft. Bis alle im Landkreis befindlichen Schulen in ausreichender Zahl mit digitalen Endgeräten ausgestattet sind oder diese Schulen alternativ eine Umsetzung von Bring-Your-Own-Device (BYOD) verwirklichen können, wird die Nachfrage nach Leihgeräten aus dem Kreismedienzentrum weiter hoch bleiben oder sogar noch steigen. Bereits jetzt kann das Kreismedienzentrum die hohe Nachfrage nicht mehr bedienen.

Fortbildung im didaktischen Umgang mit IPADs im Unterricht und die Umsetzung von Kompetenzerwerb im Unterricht erfolgt über das Angebot und das in den Verleih eigebettete Bewerben von Fortbildungen des NLQ-Fortbildungssystems der Medienberatung. Hierzu zählen für den Landkreis Friesland Anfrageangebote, ausgeschriebene Fortbildungen sowie Tages- und Mehrtagesveranstaltungen (u.a. die Tagung Mobile Schule/Oldenburg, Schulmedientage und Tag der Medienkompetenz). Weiterhin wird für allgemeinbildende Schulen und berufsbildende Schulen die Zertifizierte Weiterbildungsmaßnahme „Unterrichtsentwicklung mit digitalen Medien“ (kurz UDM) durch das NLQ am Kreismedienzentrum durchgeführt. Eine Kurzeinweisung zu Umgang mit den Geräten erfolgt durch das technische Personal am Medienzentrum selbst.

Der Geräteverleih verläuft über die Medienausleihe des Kreismedienzentrums. Die Geräte werden flexibel in Sätzen (meist von je 15 Stück) je nach Unterrichtsprojektlänge über mehrere Wochen verliehen. Die Administration erfolgt über das ISERV-System des Kreismedienzentrums.

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